Donnerstag, 17. Dezember 2009

Modernes Hüpfen

Nachdem die hippen Plastikbecher mit Loch (zur Erinnerung: http://duke-im-netz.blogspot.com/2009/03/speed-stacks.html), die man für die angebliche Trendsportart „Speedstacking“ benötigt, und die wahnsinnig wichtig sind für die richtige Vernetzung des Gehirns, inzwischen nur noch in Ausnahmefällen vorgeführt werden, aber immer wieder die Hunde erfreuen, weil man darunter Leckerli verstecken kann, rollt nun der neueste Trend über die Schule auf uns zu:

Seilspringen.

Glaubt man den Medien, dann können heutzutage fast alle Kinder kaum noch geradeaus laufen, sie sind übergewichtig, werden ganztags vor dem Fernseher geparkt, während die verblödeten Eltern ihren Niedriglohn oder ihre Hartz IV-Bezüge hemmungslos in Alkohol umsetzen. Daher muss man unbedingt schon an der Basis eingreifen – man nehme ein Hüpfseil. Damit man die seriöseren Ausnahmeeltern, deren Kinder irgendwann im Kindergartenalter ein eigenes Hüpfseil bekommen haben, auch überzeugt, gibt man dem Seil ein schickes Outfit und ein anderes Material (Kunststoff), erfindet einen Anglizismus und schon hat man einem Unternehmen zu traumhaften Umsätzen verholfen. Aus der Werbung: „Qualitativ hochwertiges Springseil, neonfarben, abriebfester Kunststoff (Ø 5 mm, Länge 280 cm, kürzbar), blaue Kunststoffgriffe, mit Sprunganleitung“.

Mit Sprunganleitung ! Danke !

Juniors rührige Schule nimmt heute an dem Workshop teil. Seilspringen. Man kann die Seile anschließend käuflich erwerben, bitte 6 Euro mitbringen. Ich bin sicher, dass es wie bei den Plastikbechern ablaufen wird: alle wollen ein Springseil, keiner will sich die Blöße geben und dem Kind diese geniale Förderung verweigern, also werden – momentan an mehreren Grundschulen hier im Kreis, unterstützt von der Regionalzeitung – zu Hunderten Seile verkauft.

Am Montag findet die Weihnachtsaufführung statt, und auch diese Gelegenheit nutzt die Schule, um die Finanzen aufzubessern: Man kann von der Aufführung eine DVD käuflich erwerben, für 10 Euro. Natürlich kommt dieser Betrag einem guten Zweck zugute, nämlich der Schulhofgestaltung. Und natürlich möchte Junior eine solche DVD, er wird sie auch bekommen, die Geldeintreibestrategie geht völlig auf.

Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich die jährliche Elternspende für das Gymnasium meiner Töchter noch nicht überwiesen habe, der Richtbetrag liegt bei 10 Euro pro Kind, man darf gerne mehr bezahlen. Kommt der Schule zugute, denn die öffentliche Hand hat einfach kein Geld mehr.

36 Euro also noch jetzt, kurz vor Weihnachten. Wir bringen das auf, zum Glück machen solche Beträge uns noch kein Kopfzerbrechen, und außerdem sind wir ja selber schuld, wer sich drei Kinder zulegt, weiß ja eigentlich, dass das ein teures Hobby ist. Aber ich habe gehört, dass es Familien mit 2-3 Kindern gibt, bei denen das nicht ganz so lässig geht, bei denen das Geld für ein Plastikseil und eine DVD, die im Regal vor sich hinstaubt, wirklich für wichtigere Dinge benötigt wird.

Ich sollte nicht an andere denken. Wir finden für das Seil garantiert eine Verwendung, da habe ich bei unserem kreativen Junior keine Sorge.

Freitag, 11. Dezember 2009

Luxusweibchenneidundgrummeln

In meiner ganz nahen Umgebung gibt es zwei Luxusweibchen verschiedenen Alters. Die eine ist Ü 60, die andere Mitte 40.

Beide leben in einem wahnwitzigen finanziellen Reichtum, der bei beiden zu großen Teilen auf ein Erbe, zum Rest auf einen beruflich sehr erfolgreichen Gatten zurückzuführen ist. Beide sind Berufsgattinnen und sehen ihre Aufgabe darin, dem Mann den Rücken freizuhalten und die Kinder möglichst repräsentativ großzuziehen, bzw. großziehen zu lassen mittels Personal im weitesten Sinne. Beide müssen sich weder um Nahrungsmittelzubereitung noch um Dreckwäsche noch um Staubsauger und Co. kümmern, sie sind „einfach nur Frau“.

Ich kenne beide sehr gut, gut genug, um nicht mit ihnen tauschen zu wollen, denn dieses Leben hat einen hohen Preis.

Aber ich gebe zu, dass ich manchmal tief seufze und wütend werde. Wir können uns krumm und bucklig arbeiten, wir werden niemals auch nur annähernd in diese finanziellen Regionen kommen. Das macht mir nicht viel aus, wenn es um das Fehlen einer Designercouch im Hause DukeimNetz geht, und wir leben auch ohne Auto im sechsstelligen Preissegment noch gut, aber es tut ganz schrecklich weh, wenn man rechnet und grübelt, wie man es schaffen könnte, das schwierige und seelisch nicht gesunde Kind auf die perfekt passende Privatschule zu geben, die man selbst mit auf den Weg gebracht hat, um dann festzustellen, dass es einfach nicht geht. Und gleichzeitig Geplapper über vollkommen irre Spaß-Geldausgaben anhören zu müssen, die dem Kind ein ganzes Schuljahr finanzieren könnten.

Wenn ich dann, sehr erschöpft nach vielen schlaflosen Nächten, morgens um neun mit einem der dazugehörenden Gatten telefoniere und stumm Probleme von einem anderen Planeten anhöre, und mir nebenbei gesagt wird, das Eheweibchen schlafe noch, sie habe so eine schlechte Nacht gehabt und müsse sich noch erholen, dann kotze ich fast meinen Kaffee aus.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Käse.....

Heute gelernt, weil Junior diese Familie mit den gelben Köpfen schaut, auch "Simpsons" genannt:

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Nicht jugendfrei !
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Aber lustig :-)
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Käse......
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Käsepimmel !

Ich hab euch gewarnt !

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Hier ist die Stimmung zur Zeit nicht so prickelnd, ich bitte um Nachsicht wegen ausstehender mails.

Noch 9 Schultage, meine Älteste schreibt noch 8 (acht !) Tests, bei den anderen beiden sind es einige Tests weniger, aber ich habe die Zahlen nicht.

Schlechte Zeiten.

Samstag, 5. Dezember 2009

Spannend !


Ein Päckchen kam heute an.... ich konnte es gerade noch vor den Kindern retten !


Daaaaaanke :-)


Nebel




Anfang der Woche war es neblig, so neblig, dass die Hunde andauernd verschwanden und ich irgendwann das Gefühl hatte, vollkommen abgeschnitten von der Welt durch eine Wattelandschaft zu stolpern.




Nicht wirklich lustig, danke, das brauche ich nicht.

Montag, 30. November 2009

Komische Begegnungen

Vor einigen Jahren lebten wir in einem kleinen Mehrfamilienhaus. Wir hatten zwei Töchter, eine ging in den Kindergarten, eine war noch ein Kleinkind, konnte gerade so einigermaßen laufen.

Neben uns lebte ein ungefähr gleichaltriger Mann. Die Wohnung gehörte seinem Vater, er war von Beruf „toll“, formal selbständig, ziemlich arrogant und affig. Wir kamen meistens trotzdem miteinander aus, denn wir arrangierten uns: Er, der rücksichtslose Berufssohn, hörte gerne spät in der Nacht, auch weit nach Mitternacht, sehr laut Musik. Da aber lediglich unsere Wohnzimmer Wand an Wand lagen, störte uns das nicht sehr, denn unsere Schlafzimmer lagen am ganz anderen Ende des Hauses. Er revanchierte sich damit, dass er sich nicht über die Straßenkreidezeichnungen unserer Kinder beschwerte, obwohl er nach eigener Aussage Kinder nicht mochte.

Der Mann hatte eine Freundin, Inhaberin eines Solariums. Ein Prototyp der Solariumstussi, braungegrillt, stark geschminkt und nicht gerade sehr helle. Die beiden passten also recht gut zusammen. Die Freundin wohnte nicht bei ihm, kam aber täglich vorbei.

Ein kleines Problem war das Treppenhaus: Theoretisch musste man dieses jede Woche putzen, für unser Stockwerk waren wir beide im Wechsel verantwortlich. Er aber putzte nie, wirklich nie. Nun bin ich nicht so pingelig, ich konnte warten, aaaber die schwäbischen Mitbewohner hatten es nicht so gerne, wenn nicht alles blitzblank war. Leider sahen sie die Sache auch so: Er, der Manager (von was auch immer), und alleine lebende Mann, war entschuldigt – viel beschäftigte Männer haben natürlich keinen Blick für ein schmutziges Treppenhaus. Ich dagegen, die Hausfrau, deren Teilzeitselbständigkeit nicht zählte, ich sollte doch ein Einsehen haben, mit dem armen Mann und mit dem Schmutz.

Schwierig war die Sache mit den Hunden. Hundehaltung war in unserem Haus verboten. Die Freundin des Nachbarn aber brachte jeden Morgen ihre zwei Hunde in dessen Wohnung. Vorher ließ sie die beiden auf die große Wiese neben dem Haus, natürlich entfernte sie die Hinterlassenschaften nicht, die Kinder des Wohngebiets brachten ständig Hundekacke an den Schuhsohlen heim. Die Hunde verteilten Erde und Haare in unserem Treppenhaus, und sie waren grundsätzlich nicht angeleint. In der Mittagspause kam die Dame wieder, ließ sie auf die Wiese und sperrte sie dann wieder in die Wohnung. Abends wurden die Hunde meistens abgeholt, vorher – genau – ließ man sie auf die Wiese.

Meine andere Nachbarin unter uns hatte eine Hundephobie, und zwar so schlimm, dass sie regelmäßig schweißgebadet im Auto wartete, bis die Sonnenstudiotussi mit den Hunden entweder in der Wohnung oder wieder in ihrem Auto war. Alle Appelle an den Nachbarn, dass die Hunde wenigstens an die Leine gehörten, übrigens auch auf der Wiese, es war ein Wohngebiet mit Leinenpflicht, wurden ignoriert.

Und dann geschah, was abzusehen war: Eines Morgens verließ ich mit meinen zwei kleinen Mädchen das Haus, und gleichzeitig ließ die Nachbarsfreundin die Hunde laufen. Diese freuten sich über so nette Kinder und rannten stürmisch auf uns zu. Zur Orientierung: Es waren mittelgroße Hunde, deren Gesicht war genau auf der Gesichtshöhe meiner älteren Tochter. Meine jüngere Tochter erschrak, machte einen Schritt rückwärts, stolperte und stürzte. Einer der Hunde erreichte uns genau in dem Moment, er stellte sich über meine gestürzte Tochter und leckte ihr das Gesicht ab.

Alles ging sehr schnell, ich war ziemlich damit beschäftigt, zwei Kinder, eines davon logischerweise in heller Panik, zu sortieren und gleichzeitig der blöden Kuh zuzurufen, dass sie mal ihre Köter einsammeln solle. Denn die Dame schlenderte nach wie vor gemütlich Richtung Haus und reagierte gar nicht.

Meine Tochter hat von diesem Vorfall eine schlimme Hundephobie davongetragen. Wir brauchten ungefähr zwei Jahre, bis sie wieder bei Hundebegegnungen ganz normal reagieren konnte und nicht schreiend den Gehweg wechseln wollte. Daher bin ich sehr empfindlich, wenn rücksichtslose Hundehalter ihre Hunde innerorts und bei Begegnungen mit anderen Menschen nicht anleinen, und ich bekomme einen dicken Hals wenn ich beobachte, wie gewisse Leute ihre Köter auf den Gehweg kacken lassen und natürlich nichts entfernen.

Schnitt.


Letzte Woche musste ich bei einem Kunden einen Mahnbescheid beantragen. Mitleid ist nicht nötig, dieser Kunde reagiert auf keinerlei Gesprächsangebot, tritt aber ständig sehr dominant und fordernd auf, beschwert sich über die unmöglichsten Sachen, zieht seine Mieter übel über den Tisch, kommt aber seinen eigenen Zahlungsverpflichtungen nicht nach.

Auf der Suche nach der korrekten Adresse des zuständigen Amtsgerichts entdeckte ich im Internet die aktuellen Versteigerungstermine für Immobilien. Unter anderem wird ein relativ neues Doppelhaus versteigert, das als Besonderheit einen Anbau für die gewerbliche Nutzung hat. Natürlich war meine Neugier geweckt, und als wir mit den Hunden in der Gegend waren, gingen wir noch ein Stück weiter in das Wohngebiet und schauten uns das Haus an.

Sagen wir mal so: für den geradezu lächerlichen Preis, zu dem man es eventuell ersteigern könnte, ist es vielleicht interessant. Also nur theoretisch.

Nun bin ich von Natur aus neugierig und fand recht schnell heraus, wer denn in dem Haus wohnt. Und wie der gewerbliche Anbau genutzt wird. Hier schließt sich der Kreis: Der Anbau ist ein Sonnenstudio, das Haus gehört der blöden Solariumstussi des ehemaligen Nachbarn.

Ich weiß nun gar nicht so recht, wie ich darüber denke. Grundsätzlich habe ich Mitleid mit Menschen, die ihr Haus zwangsversteigern lassen müssen. Andererseits gibt es einige Fälle, bei denen eine gewisse Hochmut zu dieser Situation geführt hat. Bei der Exnachbarsfreundin trifft es nur sie alleine, keine Familie wird obdachlos. Wer die Preise dort im Neubaugebiet kennt wundert sich nur, wie für diese Dame überhaupt der Bau eines Hauses möglich war.

Mein Mann ist gemein, er meinte, eigentlich sollten wir Interesse bekunden und um einen Besichtigungstermin bitten. Aber das wäre mir dann doch zu blöd, auf diese Weise möchte ich der Frau nun auch wieder nicht begegnen. Aber so ein kleines bisschen habe ich ein Gefühl von „geschieht ihr gerade recht, dieser eingebildeten, rücksichtslosen Tussi.“

Donnerstag, 26. November 2009

Hausaufgaben

Sohnemann hatte Hausaufgaben zum Thema Akkusativ und Dativ. Er sollte mit vorgegebenen Verben Sätze bilden und entsprechend umstellen.

Leider hat Sohnemann keinerlei Einsicht, keine Lust, feinmotorische Probleme beim Schreiben und eine angeborene Schulallergie. Es ist also etwas mühsam, ihn zu den Hausaufgaben zu bewegen, und ich brauche oft viel Kreativität, um die Stimmung irgendwie über dem Nullpunkt zu halten.

Daher sind bei solchen Aufgaben Juniors inhaltliche Lösungen manchmal etwas unkonventionell. Ich lasse das dann so weit wie irgend möglich durchgehen, gestern aber musste ich eingreifen.

So lautete Juniors Text:

Papa schenkt mir eine Pistole.

Sylvia: „Junior, das geht so nicht, das macht ein schlechtes Bild von uns.“

Junior korrigierte:

Papa schenkt mir eine Spielzeugpistole.
Mir schenkt Papa eine Spielzeugpistole.
Schenkt Papa mir eine Spielzeugpistole ?

Braves Kind, so geht das notfalls auch. Spielzeugpistolen kommen auf dem Dorf schon mal vor, da ist unser Ruf nur auf dem niedrigen Level, auf dem wir uns sowieso schon befinden.

Weiterer Text:

Papa gibt Frau NamederLehrerin einen Kuss.
Frau Namederlehrerin gibt Papa einen Kuss.
Gibt Papa Frau NamederLehrerin einen Kuss ?

Sylvia „KREISCH !“
Junior: „GRINS!“

Nächster Satz:

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Mama erschießt Frau NamederLehrerin.

Nein, die Hausaufgaben wurde so nicht abgegeben, aber wir hatten dann doch noch unseren Spaß, zumindest ein bisschen.