Nachdem die hippen Plastikbecher mit Loch (zur Erinnerung: http://duke-im-netz.blogspot.com/2009/03/speed-stacks.html), die man für die angebliche Trendsportart „Speedstacking“ benötigt, und die wahnsinnig wichtig sind für die richtige Vernetzung des Gehirns, inzwischen nur noch in Ausnahmefällen vorgeführt werden, aber immer wieder die Hunde erfreuen, weil man darunter Leckerli verstecken kann, rollt nun der neueste Trend über die Schule auf uns zu:
Seilspringen.
Glaubt man den Medien, dann können heutzutage fast alle Kinder kaum noch geradeaus laufen, sie sind übergewichtig, werden ganztags vor dem Fernseher geparkt, während die verblödeten Eltern ihren Niedriglohn oder ihre Hartz IV-Bezüge hemmungslos in Alkohol umsetzen. Daher muss man unbedingt schon an der Basis eingreifen – man nehme ein Hüpfseil. Damit man die seriöseren Ausnahmeeltern, deren Kinder irgendwann im Kindergartenalter ein eigenes Hüpfseil bekommen haben, auch überzeugt, gibt man dem Seil ein schickes Outfit und ein anderes Material (Kunststoff), erfindet einen Anglizismus und schon hat man einem Unternehmen zu traumhaften Umsätzen verholfen. Aus der Werbung: „Qualitativ hochwertiges Springseil, neonfarben, abriebfester Kunststoff (Ø 5 mm, Länge 280 cm, kürzbar), blaue Kunststoffgriffe, mit Sprunganleitung“.
Mit Sprunganleitung ! Danke !
Juniors rührige Schule nimmt heute an dem Workshop teil. Seilspringen. Man kann die Seile anschließend käuflich erwerben, bitte 6 Euro mitbringen. Ich bin sicher, dass es wie bei den Plastikbechern ablaufen wird: alle wollen ein Springseil, keiner will sich die Blöße geben und dem Kind diese geniale Förderung verweigern, also werden – momentan an mehreren Grundschulen hier im Kreis, unterstützt von der Regionalzeitung – zu Hunderten Seile verkauft.
Am Montag findet die Weihnachtsaufführung statt, und auch diese Gelegenheit nutzt die Schule, um die Finanzen aufzubessern: Man kann von der Aufführung eine DVD käuflich erwerben, für 10 Euro. Natürlich kommt dieser Betrag einem guten Zweck zugute, nämlich der Schulhofgestaltung. Und natürlich möchte Junior eine solche DVD, er wird sie auch bekommen, die Geldeintreibestrategie geht völlig auf.
Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich die jährliche Elternspende für das Gymnasium meiner Töchter noch nicht überwiesen habe, der Richtbetrag liegt bei 10 Euro pro Kind, man darf gerne mehr bezahlen. Kommt der Schule zugute, denn die öffentliche Hand hat einfach kein Geld mehr.
36 Euro also noch jetzt, kurz vor Weihnachten. Wir bringen das auf, zum Glück machen solche Beträge uns noch kein Kopfzerbrechen, und außerdem sind wir ja selber schuld, wer sich drei Kinder zulegt, weiß ja eigentlich, dass das ein teures Hobby ist. Aber ich habe gehört, dass es Familien mit 2-3 Kindern gibt, bei denen das nicht ganz so lässig geht, bei denen das Geld für ein Plastikseil und eine DVD, die im Regal vor sich hinstaubt, wirklich für wichtigere Dinge benötigt wird.
Ich sollte nicht an andere denken. Wir finden für das Seil garantiert eine Verwendung, da habe ich bei unserem kreativen Junior keine Sorge.
Seilspringen.
Glaubt man den Medien, dann können heutzutage fast alle Kinder kaum noch geradeaus laufen, sie sind übergewichtig, werden ganztags vor dem Fernseher geparkt, während die verblödeten Eltern ihren Niedriglohn oder ihre Hartz IV-Bezüge hemmungslos in Alkohol umsetzen. Daher muss man unbedingt schon an der Basis eingreifen – man nehme ein Hüpfseil. Damit man die seriöseren Ausnahmeeltern, deren Kinder irgendwann im Kindergartenalter ein eigenes Hüpfseil bekommen haben, auch überzeugt, gibt man dem Seil ein schickes Outfit und ein anderes Material (Kunststoff), erfindet einen Anglizismus und schon hat man einem Unternehmen zu traumhaften Umsätzen verholfen. Aus der Werbung: „Qualitativ hochwertiges Springseil, neonfarben, abriebfester Kunststoff (Ø 5 mm, Länge 280 cm, kürzbar), blaue Kunststoffgriffe, mit Sprunganleitung“.
Mit Sprunganleitung ! Danke !
Juniors rührige Schule nimmt heute an dem Workshop teil. Seilspringen. Man kann die Seile anschließend käuflich erwerben, bitte 6 Euro mitbringen. Ich bin sicher, dass es wie bei den Plastikbechern ablaufen wird: alle wollen ein Springseil, keiner will sich die Blöße geben und dem Kind diese geniale Förderung verweigern, also werden – momentan an mehreren Grundschulen hier im Kreis, unterstützt von der Regionalzeitung – zu Hunderten Seile verkauft.
Am Montag findet die Weihnachtsaufführung statt, und auch diese Gelegenheit nutzt die Schule, um die Finanzen aufzubessern: Man kann von der Aufführung eine DVD käuflich erwerben, für 10 Euro. Natürlich kommt dieser Betrag einem guten Zweck zugute, nämlich der Schulhofgestaltung. Und natürlich möchte Junior eine solche DVD, er wird sie auch bekommen, die Geldeintreibestrategie geht völlig auf.
Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich die jährliche Elternspende für das Gymnasium meiner Töchter noch nicht überwiesen habe, der Richtbetrag liegt bei 10 Euro pro Kind, man darf gerne mehr bezahlen. Kommt der Schule zugute, denn die öffentliche Hand hat einfach kein Geld mehr.
36 Euro also noch jetzt, kurz vor Weihnachten. Wir bringen das auf, zum Glück machen solche Beträge uns noch kein Kopfzerbrechen, und außerdem sind wir ja selber schuld, wer sich drei Kinder zulegt, weiß ja eigentlich, dass das ein teures Hobby ist. Aber ich habe gehört, dass es Familien mit 2-3 Kindern gibt, bei denen das nicht ganz so lässig geht, bei denen das Geld für ein Plastikseil und eine DVD, die im Regal vor sich hinstaubt, wirklich für wichtigere Dinge benötigt wird.
Ich sollte nicht an andere denken. Wir finden für das Seil garantiert eine Verwendung, da habe ich bei unserem kreativen Junior keine Sorge.


